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Thema: Tiere

Haustiere: Fellpflege bei Hund und Katze

Wer Hunde oder Katzen als Mitbewohner schätzt, sollte sie richtig pflegen – auch um Parasiten vorzubeugen. Welche Produkte sich eignen, wie Hautinfektionen aussehen
von Dr. Ralph Müller-Gesser, 24.08.2017

Schöner Wuschel: Hunde mit langem Haar brauchen eine intensive Pflege

Getty Images/iStockphoto

Puh, ganz schön heiß heute – besonders, wenn man Fell trägt. "Darunter stauen sich im Sommer Hitze und Feuchtigkeit, vor allem wenn die Haustiere lange und dichte Haare haben und viel baden gehen", sagt Dr. Ursula Mayer.

Die Augsburger Tierärztin hat sich auf Haut- und Ohrenkrankheiten von Kleintieren spezia­lisiert: "Den Tieren ist heiß, und der Temperaturstau erhöht die Gefahr für eine Hautinfektion mit Bakterien oder Hefepilzen." Die richtige Fellpflege hilft, dies zu verhindern.

Tückisch: Filz und Feuchtigkeit

Bei Kurzhaar-Rassen genügt es, das Fell im Frühjahr und Herbst während des Haarwechsels gründlich zu bürsten. Langhaarige Tiere benötigen mehr Aufmerksamkeit. "Ihr Fell darf nicht verfilzen", sagt Mayer und rät daher, regelmäßig zu Kamm und Bürste zu greifen. Problematisch ist es im Sommer. Wird langes, dichtes Fell mehrmals am Tag nass, trocknet es oft nicht richtig. "Die Feuchtigkeit begünstigt Hautinfektionen, die sich durch unangenehmen Geruch, Rötung oder Kratzen äußern können", erklärt die Tierärztin.

Das Fell sollte deshalb gekürzt und das Tier nach jedem Bad im See gründlich abgetrocknet werden. Das regelmäßige Wannenbad hält Mayer für unnötig: "Das erscheint nur sinnvoll, wenn der Hund schmutzig ist oder das Fell muffig riecht." Wichtig: Die Haut des Vierbeiners hat einen anderen pH-Wert als die des Menschen. Daher nur geeignete Tierprodukte verwenden.

Auch auf Ohren und Krallen achten

Eine spezielle Flüssigkeit ist auch zur Reinigung der Ohren nötig. "Das sollte man bei jedem Hund regelmäßig machen", sagt Expertin Mayer.

Genauso wie ab und zu einen Blick auf die Pfoten zu werfen. Wenn die Tiere ihre Krallen nicht abschleifen, was vor allem bei Auslauf auf weichen Böden oder auch bei Fehlstellungen vorkommt, kann es notwendig sein, sie in der Arztpraxis kürzen zu lassen. Zu lange Krallen sind anfälliger für Verletzungen und Infektionen. "Manche Rassen haben an den Afterklauen eine Kralle, die nicht den Boden berührt und sich daher nicht abläuft", sagt Mayer. "Die muss auf jeden Fall geschnitten werden." Katzen regeln das selbst, wie Spuren am Kratzbaum oder an Bäumen im Garten belegen.  

Warnsignal: Häufiges Kratzen

Wie sehr Sie auch das Fell Ihres Haustiers pflegen – damit allein können Sie ihm Ektoparasiten nicht vom Leib halten. So nennen Tierärzte jene Lebewesen, die sich im Fell von Katzen und Hunden wohlfühlen. In Deutschland sind das hauptsächlich Zecken, Läuse, Milben und Flöhe.

"Bei Tieren, die im Gestrüpp, auf einer Wiese oder im Wald unterwegs sind, sollte man regelmäßig das Fell absuchen", rät Dr. Guido Theis, Tierarzt aus Alfhausen bei Osnabrück. Zecken können verschiedene Krankheiten übertragen. Gegen die Borreliose gibt es eine Impfung, doch diese ist umstritten. Stößt man beim Absuchen des Fells auf eines der blutsaugenden Tiere, ist der Griff zur Zeckenzange angesagt.

So erkennen Sie Flohbefall

Läuse, Flöhe und Milben lösen Juckreiz aus. Wer also meint, sein Tier kratze sich häufiger als sonst, sollte genau hinschauen. Manche dieser Parasiten verursachen all­er­gische Hautreaktionen und -irritationen, die mitunter einen Arztbesuch nötig machen. Ein Flohbefall lässt sich feststellen, indem man das Fell durchbürstet und die aufgefangenen Haare in einem feuchten Küchentuch abstreicht. "Der Kot der Flöhe enthält winzige Mengen Blut, die das Tuch rot färben", erklärt Theis. Ein massiver Flohbefall erfordert nicht nur eine Behandlung des Tiers, sondern auch die Reinigung der häuslichen Umgebung, in der sich dann ebenfalls viele Flöhe verteilen.

Am besten ist es, Läusen, Flöhen und Zecken vorzubeugen. Schutzpräparate gibt es in unterschiedlichen Darreichungsformen, beispielsweise als Tropfen, Shampoo oder Halsband. Lassen Sie sich dazu beraten. Welche Art der Vorbeugung geeignet ist, weiß Ihr Tierarzt. Wichtig: Flöhe sind Zwischenwirte für Bandwürmer, weshalb befallene Tiere auch entwurmt werden sollten.

Wann entwurmen?

  • Manche Parasiten befallen Fell und Haut, andere besiedeln den Darm. "Bei Darmparasiten kann es sich um Einzeller oder Würmer handeln", erklärt Professor Arwid Daugschies vom Institut für Para­sitologie der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Er empfiehlt, genau abzuwägen, ob man ein Tier regelmäßig entwurmt: "Je nachdem, ob es freien Auslauf hat, jagt, Beute verzehrt und ­Kontakt mit Artgenossen in anderen Haushalten hat, unterscheidet sich sein Risiko."
  • Die aktuellen Empfehlungen des Europäischen Wissenschaftsrats "Parasiten bei Haustieren" (ESCCAP) sind nach Risikogruppen aufgeschlüsselt. Auf der Webseite www.hund-katze-wuermer.de finden Sie einen einfachen Test, mit dem Sie schnell erfahren, wie Sie vorgehen sollten.


Bildnachweis: Getty Images/iStockphoto

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